Matthias Bertschinger über individuelle Abwehrprozesse als Ursachen von Autoritarismus

Unter dem Titel “Freiheit und Krisis” legt der Jurist Matthias Bertschinger eine “Psychoanalyse des Autoritarismus und psychoanalytische Rechtsanthropologie” vor. Das rund 550-seitige, Ende 2019 im Schwabe Verlag erschienene Werk darf als Zwischenbilanz einer langjährigen interdisziplinären Beschäftigung des politisch höchst aufmerksamen und engagierten Autors mit den Ursachen und Ausprägungen von Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Anfechtung politischer und individueller Freiheit gewürdigt werden.

“Fremden-, Schwachen- und Intellektuellenfeindlichkeit, die  idealtypisch für jeden Autoritarismus sind”, führt Bertschinger auf “Angst- Scham und Schuldabwehr” zurück. Seiner Rechtstheorie legt er einen Freiheitbegriff zugrunde, “der das Traumatische nicht ausschliesst”.

Aus dem Geletwort von Daniel Hell, vormals Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich:

“Es geht Matthias Bertschinger in diesem anregenden und herausfordernden Werk vor allem darum, wichtige psychoanalytische und existenziale Gesichtspunkte zur humanen Gestaltung des Rechts und der Soziokultur herauszuarbeiten. Ein Hauptteil des Buches befasst sich denn auch mit der Darstellung existenzialer Aspekte, insbesondere mit existenzialanalytischen Überlegungen zu Trauma (Krisis) und Faszination (Kairos). Das ist eine komplexe Thematik. Doch es gelingt dem Autor, verschiedenartige Perspektiven dank einer starken Syntheseleistung und mithilfe kreativer Sprachbilder zu einem neuartigen, umfassenden Konzept zusammenzutragen. (…)

Es scheint mir deshalb sehr angebracht, Abwehrprozesse auch in (rechts-)wissenschaftlichen Bereichen so ernst zu nehmen, wie es Matthias Bertschinger empfiehlt. (…)”

Link zur Ausschreibung des Schwabe Verlags.

Ulrich Gut.

(Der Verfasser dieses Texts und der Autor des vorgestellten Buches sind Mitglieder des Vereins “Unser Recht”).

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